StartseiteAktuellesBlickwinkel JABlickwinkel KADokumentationMaterialVeranstaltungenNewsletterLinks

Dokumentation:

Boxenstopp 2009

Boxenstopp 2007

Boxenstopp 2006

Praxisbörse 2005

Allgemein:

Startseite

RSS-Newsfeed

Disclaimer

Gästebuch

Kontakt

Impressum

DER FUßBALLGOTT – DIE HEIMISCHE ARENA VERLASSEN UND DAS AUSWÄRTSSPIEL WAGEN

Text als DOC: » boxenstopp06fussballgott.doc [145 KB]

Vorbemerkung
Bischof Wolfgang Huber, der Ratsvorsitzende der EKD, bezeichnete Fußball mit Blick auf die Weltmeisterschaft als „ein starkes Stück Leben“. Dieses „starke Stück Leben“ benötigt wie jedes Leben Orientierungspunkte, welche der Glaube anbieten kann. Deswegen sollte Fußball-WM in der Konfirmanden- und Jugendarbeit natürlich vorkommen.

1. Rahmen
Das Motto der WM „Die Welt zu Gast bei Freunden“ und die Nähe der Großveranstaltung zu Pfingsten geben Hilfestellung zur angemessenen Behandlung des Fußballsports im Rahmen christlicher Jugendarbeit. Viele Jungendliche kommen zu den Spielen der Weltmeisterschaft an unterschiedlichen Orten zusammen. Angemessene christliche Jugendarbeit will diesen Jugendlichen im Sinne der „Gastfreundschaft“ begegnen, sie in ihren Grenzen und Potenzialen wahrnehmen und beteiligen und ihnen geleitet durch den Heiligen Geist „ganzheitliche Orientierung“ im Glauben an Jesus Christus als Freund und Erlöser anbieten.

Die Fußballfaszination sollte damit nach drei Prinzipien aufgebaut und überprüfbar sein.

Gastfreundschaft
Beteiligung
ganzheitliche Orientierung


2. Die gesprochenen Sprache am Beispiel des Begriffs „Fußballgott“
In einem Interview antwortet ein 26jähriger Mann auf die Frage, inwieweit das Reden vom „Fußballgott“ blasphemisch wäre. Er sagt: „Das ist keine Blasphemie, das ist einfach, wie Jugendliche sich unterhalten. So wie ‚geil’ oder ‚cool’ gibt es halt in der Fußballsprache ‚Fußballgott’ (...).“ Bischöfin Käßmann beantwortet die Frage, ob es einen Fußballgott gibt, mit nein. Sie denkt, „Gott freut sich mit den Gewinnern, stärkt der Verlierern den Rücken (...). Es geht um den Spaß an der Sache.“ Diesen Grundaussagen ist m. E. zuzustimmen.
Gott und Fußball sind nicht einmal Partner. Es gibt zwischen ihnen keine gleichwertige Konkurrenz. Gott ist grenzenlos und alles Irdische bleibt begrenzt. Dann erscheint selbst die Devise: „Gebt dem Fußball, was des Fußballs ist“ möglich.
Gerade aus dieser Sicht ist es weder nötig gegen den Begriff „Fußballgott“ anzukämpfen noch verwerflich, den Begriff „Fußballgott“ aus der geprägten Fansprache zu übernehmen.

3. Verkündigung durch einen Wortimpuls
Von Jesu Missionsauftrag Mt. 28, 18-20 her gesehen stellt sich die Frage, „wie die Vermittlung des Evangeliums in die Welt des Fußballs hinein erfolgen kann“.
Jesus ist den Menschen in ihren Alltagssituationen begegnet. Diese griff er ganz konkret auf. Ähnlich hat Paulus gehandelt. Er hat nicht ins Blaue hinein verkündigt, sondern dort angeknüpft, wo die Menschen standen und hat versucht, sich der Lebenswelt der Menschen anzunähern. Ganz nach dem Motto: „Den Juden ein Jude…, dem Fußballer ein Fußballer“ (frei übersetzt nach 1. Kor.9, 20ff). Fußball und Wortverkündigung sollten am Beispiel biblischer Geschichten der Altersgruppe entsprechend sinnvoll aufeinander bezogen sein. Es besteht aber dabei die besondere Herausforderung, dass keine törichte Begeisterung entfacht wird, die Menschen zu kopflosen, geistlosen „Fans“ (von Fanatiker) macht, die irgendeinen Star vergötzen. Kritische Abgrenzung ist dringend notwendig. Bitte achten Sie immer darauf, dass der biblische Bezug stimmig ist!

4. Themenvorschläge
Berufung in`s Nationalteam
Mark 2, 13-17 (Berufung des Levi)Berufen zum Glauben an JesusGerufen um in der Mannschaft mitzuspielen
Zu Gast bei Freunden
Luk 10,38-42: Maria + MarthaGastfreundschaft üben
Chance
Joh 8,1-11: Jesus und die EhebrecherinDie Frau bekommt von Jesus eine neue Chance auf LebenWo gibt mir Jesus heute eine 2. (oder 3.) Chance?
Zuschauer oder Mitspieler ?!
Luk 19, 1-10: ZachäusAm Spielfeld stehen und ais der Distanz (ohne Risiko) zusehen, oder mitten dabei sein und sich selber einsetzen?!
Trainer
Joh 13, 4-15: Fußwaschung „Tut was ihr mich tun seht“Jünger/in sein bedeutet: lernen von JesusZuschauen und nachmachen
Kameradschaft
Mark 2, 1-5: Die Freunde und die Heilung des GelähmtenEiner für alle, alle für einenFüreinander einstehen, sich einsetzen und zusammen stehen
Es geht um`s Ganze
Matth 19, 16-24: reicher JünglingAn was hängt mein Herz?Was ist mein Ziel im Spiel / im Leben?
Fairness
Mark 12, 31: Liebe deinen nächsten wie dich selbstWas du nicht willst, dass man dir tu ...Trotzdem voll spielen, d.h. mit ganzem Einsatz

5. Schlusswort
Ein religionsähnliches Verhalten bei Fußballbegeisterten zu entdecken und eine übersteigerte Form der Vergötzung des Fußballs zu kritisieren, sind wichtige Herausforderungen. Christliche Jugendarbeit hat damit eine Verantwortung und eine Aufgabe, die darüber hinausgeht, Fußball nur als missionarische Chance zu sehen. Eine besondere Begleitung des gesellschaftlich bedeutsamen Ereignisses ist grundsätzlich Pflicht. Diese Form der Begleitung benötigt innerhalb christlicher Jugendarbeit im Jahr 2006 einen großen Freiraum.

Literaturtipp

» Der Fußballgott in der Kreisklasse –
Fußball und christliche Jugendarbeit
Popp, Bernd; Kerschbaum, Matthias (Hrsg.)
ISBN: 3-932595-78-5, 184 Seiten, EUR 18.90

Internet

www.fangemeinde-ekd.de
www.gepa3.de
www.kickoff2006.de
www.streetsoccer06.de

Kontakt

Matthias Kerschbaum
Kirchhofstr. 3
73230 Kirchheim/Teck
Tel.: 07021-6382
e-mail: matthias.kerschbaum@ejki.de

April 2006